+ Donnerstag, August 13, 2009

umzug

dieser blog zieht um... jaja, ich weiß, nervige sache, aber nach all den jahren blogspot habe ich mich entschlossen, zu wordpress zu wechseln. dort gibt es jetzt denselben frischen inhalt nur im frischen design...


also bitte ändert eure bookmarks, feeds und verlinkungen ab sofort auf www.theologies.de. dank der eigenen domain verspreche ich euch, dass ihr nie wieder umlinken müsst, sollte der blog noch mal umziehen.


dort findet ihr auch in kürze den zweiten teil der hirten-serie... geschickt, ne, so ein umzug mit cliffhanger mitten in der serie. aber keine sorge, den ersten teil und auch alle anderen älteren posts findet ihr dort wieder.


freue mich, euch alle an neuem ort begrüßen zu können.



+ Dienstag, August 11, 2009

bäh bäh bäh

wer in google die suchbegriffe "hirte herde" eingibt, bekommt wahrscheinlich mehr christlich angehauchte seiten zu sehen als bei einer suche nach "jesus". das bild vom guten hirten gehört zu den klassischen standards der christlichen ikonographie, es hängt in kitschigen pastellfarben in so manchem gottesdienst raum, ob alt oder retro. ja, eine ganze institution kirche beruft sich in ihren strukturen auf dieses bild. und schließlich kennt, wer keinen psalm je gelesen hat oft doch zumindest den dreiundzwanzigsten, den locus classicus christlicher hirtenmetaphorik.

doch, lese ich mir einige zufällige seiten aus dem google-suchergebnis durch, befällt mich ein leichtes unwohlsein, und das kommt mir aus langer christlicher sozialisation bekannt vor. text über text beschäftigt sich mit dem hirten, der festen schrittes voran geht und den leicht dämlichen schafen, die ihm hinterhertrotten, ohne viel mehr vom weg zu sehen als den quadratmeter unter ihren füßen. das erinnert mich an mehr als eine predigt, die irgendwann zu den worten anhob "schafe sind ja von natur aus dumm".

zum einen ist es wohl ein leichtes persönliches gefühl von beleidigtsein, das das unwohlsein hervorruft. als tendenziell minderbemitteltes schaf mit sehr eingeschränktem blickfeld möchte ich mich, und wohl kaum jemand sonst, selbst lieber nicht sehen. aber es steht auch quer zu ganz anderen bildern, die christen von sich pflegen. wir malen uns doch auch, und längst nicht nur in emergenten kreisen, als hände und füße gottes, die mutig vorangehen und gottes botschaft und reich in die welt tragen, mit weitsicht und oft auch risikobereitschaft. wie soll das zusammenpassen?

gut, nun gibt es in der biblischen literatur eine unzahl von bildern, die das verhältnis von gott und seinen menschen beschreiben. wir könnten also das mit dem hirten einfach ein wenig mit missachtung strafen und uns auf andere bilder verlegen, die unserer sicht auf auf uns, unseren auftrag und unser vorgehen eher entsprechen. könnten wir. nur stellt sich dagegen eine breite verarbeitung des bildes in allen schichten der bibel, quer durch beide testamente und über alle autoren hinweg. das schreit nach einer auseinandersetzung damit.

was, wenn die metapher gar nicht so schräg zu anderen läuft? was wenn das bild dummerweise in den letzten tausend jahren umgeformt wurde, zu dem was wir heute kennen, aber weg von dem was die ältesten leser vor augen hatten, wenn sie diese texte lasen?

und zumindest eines ist mir dann doch sehr sympatisch: Jesus als der gute hirte. als einer, der ohne zuhause über die felder zieht, staubig und leicht angeranzt und anrüchig, am rande der gesellschaft, auf den man vielleicht auch leicht herabsieht. passt das nicht hervorragend zu dem sohn gottes, der mensch wurde, sich schwach machte, bespuckt und verachtet wurde und schließlich als verurteilter schwerverbrecher einen würdelosen tod sterben musste. mich faszinierte schon immer die demut, die diese gestalt, von der wir alles abhängig machen, uns christen abnötigt. der hirte in der antike ist genau so eine gestalt.

für heute belasse ich es bei dieser problemanzeige und dem ausblick und werde in den nächsten tagen versuchen, einen genaueren blick auf das bild des hirten und seiner herde zu werfen. ich denke, es wird sich lohnen.


+ Donnerstag, Februar 19, 2009

ringelpiez

sprach: "ich liebe dich!".

austin sagt: ein performativer sprachakt, und ist er erst getan, ist das, was er sagt auch hergestellt: die liebe. jedenfalls, wenn auf den akt die erwartete re-akt-ion folgt. sagt die konvention.

sprach: "ich liebe dich!" ... spricht: "ich liebe dich auch!"

von nun an sei beziehung, sei verbindung, zwei menschen, die aussprachen, was sie fühlen und nun darin verbunden sind. und nun? was folgt?

folgt nun:

sprach: "ich liebe dich!" ... spricht: "ich liebe dich auch!"
sprach: "ich liebe dich!" ... spricht: "ich liebe dich auch!
"sprach: "weißt du, das ich dich liebe?"... spricht: "ja, ich weiß, dass du mich liebst!
"sprach: "ich liebe dich!" ... spricht: "ich liebe dich auch!"
"ich liebe dich!" ... "ich liebe dich auch!"
"ich liebe dich sehr!" ... "ich liebe dich noch viel mehr!"

und so lebten sie glücklich bis ans ende ihrer tage... oder bis sie sich vor lauter drehen um sich selbst vor die füße kotzten.

austin sagt: der sprachakt stellt die beziehung her. wir wissen: bleibt es dort stehen, verharrt die beziehung im gerade-geworden-sein. bis ans ende ihrer tage. nancy schreibt: "closing in of the horizon"

was folgen sollte:

kraft schöpfen
kraft geben
los gehen
raum geben
zurückkehren
zusammen gehen
aufeinander warten
weitergehen
vermissen
wiedersehen

beziehung die sich immer nur auf sich selbst bezieht, immer nur sich ihrer selbst versichert, dreht sich im kreis und bohrt sich immer mehr in den boden, wird unterirdisch. beziehung, die nicht freisetzt, aus ihr heraus loszugehen, zu handeln, zu handeln, zu berichten, schließt unseren gesichtskreis, lässt uns im tunnel blicken, taumelnd gehen, stille stehen

sang: "ich liebe dich, herr!"

francke oder wer auch immer sagt: das ist bekehrung, und ist sie erst geschafft, treten wir ins ewige leben ein. über die reaktion können wir uns gewiss genug sein.

sparen wir uns die redundanz, hören wir stattdessen ein lobpreislied.

wie haben nun: kraft, identität, einen ursprung und eine heimat. wo bleibt das, was folgen sollte? hinausgehen, losgehen, handeln, nachhause kommen, die welt verändern (verdammt noch mal), LEBEN

lassen wir die bekehrung nicht hinter, aber unter uns! stellen wir uns auf sie, verharren kurz... und gehen los. lassen sie dort, wo sie hingehört: unter uns, an die basis. aber drehen wir uns nicht um sie, bis sie vor unserer kotze stinkt.

sie ist sicher, die reaktion ist versprechen, ewiges versprechen, gehaltenes versprechen!

warum müssen wir sie den ganzen tag befühlen, ob sie hält und sonst nichts zu tun in der lage sein?

+ Dienstag, Dezember 23, 2008

weihnachten

morgen ist es wieder soweit: weihnachten, das fest der liebe... genauer gesagt wohl der liebe gottes, fleisch geworden in Jesus, der vor etwas mehr als 2000 jahren durch die judäische nacht irrte und einen platz suchte, um geboren zu werden. und eine schmutzige krippe fand...

und heute, 2000 jahre später, zieht die liebe gottes immer noch umher und sucht einen ort, in die welt kommen zu dürfen, immer wieder neu. wird sie ihn finden? wird man ihn ihr gewähren? und wenn ja, wird es eine dreckige futterkrippe sein oder darfs ein wenig mehr sein?

um uns herum eine welt, die zugrunde geht, menschen die vor die hunde gehen durch gegenseitige unterdrückung, ausbeutung und mißbrauch. eine welt, die die liebe gottes braucht, die sie braucht wie sonst nichts gutes...

gewähren wir ihr diesen platz? lassen wir zu, dass sie in uns geboren wird, aus uns herauswächst, uns dabei sprengt und dieser welt luft zum atmen gibt?

mein leben ist auch nicht mehr als eine verschissene krippe, mehr hab ich nicht anzubieten... aber die soll Jesus haben. Herr, nimm sie dir, auch gegen meine willen. was ich nicht ertragen kann, soll nicht durch meine mitwirkung weiterleben können... ich ertrage eine welt ohne Jesus nicht... was ich habe, soll Dein sein!


Hark, the herald angels sing...


+ Dienstag, Dezember 09, 2008

das gute ist der feind des besten

Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!
Jes 1,11-17

gewöhnlich lesen wir diesen text wie unter der überschrift der lutherübersetzung zu Amos 5,21, der ganz ähnlich lautet: der äußerliche gottesdienst tut's nicht. will heißen kümmert euch zuerst um eure herzenshaltung und dann könnt ihr auch ordentlich opfer bringen. so gelesen lautet die frage eher "wie können wir angemessen opfern" als "sollen wir überhaupt opfern". denn alles, was der prophet hier aufzählt, sind doch dinge die gott seinem volk sehr detailliert aufgetragen hat: die verschiedenen opfer zu verschiedenen anlässen und der kalender der jahresfeste, die jeweils an einen anderen anlass auf dem weg gottes mit seinem volk erinnern sollen. das sind grundfesten der beziehung israels zu seinem gott.

aber ich will den text anders lesen. denn nirgendwo kann ich erkennen, das hier geschrieben ist: tut erst dies und das und dann könnt ihr wieder... hier steht: "Tut nicht mehr!" "gebt alles auf, was ich euch geboten habe, gebt eure vorstellung von gottesbeziehung auf, die ich, gott euch beigebracht habe. tut nicht, was ich euch gesagt habe. wendet euch ab von mir und wendet euch den ausgestoßenen und unterdrückten zu!" das ist starker tobak. gottes gebote, und solche waren die opfer und die feste, zu missachten, um umso mehr gehorsam zu sein, das kann in unserem denken nicht zusammen kommen. deshalb bleiben wir lieber bei der herkömmlichen lektüre und lesen etwas über einstellung, motivation und herzenshaltung darin. und dennoch: hier stehen sich zwei handlungen gegenüber, die im kontext des abschnitts gegeneinander gestellt werden.

was wenn gott uns so anredet? sind wir bereit, unsere vorstellung von gottesbeziehung, ja - in unserer vorstellung - gott selbst aufzugeben, um das zu tun, was er von uns fordert? was wenn die stimme des propheten an uns ergeht und sagt: "Hört auf lobpreis zu machen, hört auf zu beten, ich will nicht mehr, dass ihr gemeinschaft habt, will nicht, dass ihr meine gegenwart sucht, ihr sollt hinausgehen und euch um die unterdrückten und benachteiligten vor eurer haustür kümmern!" sind wir bereit, auf sein wort hin alles hinter uns zu lassen und das zu tun? sind wir bereit, das gute zu lassen, um das beste zu tun, wenn es die situation, nein, wenn gott es fordert?


+ Montag, Dezember 01, 2008

warum ich emergiere

ich habe das wochenende auf dem Emergent Forum 2008 verbracht und dort eine ungewöhnlich gute zeit verbracht. ein wochenende voller guter, tiefer gespräche, mit leuten, die meine gedankengänge teilen oder sie nachvollziehen können.

im nachgang treibt mich seit sonntag abend die frage um, was es genau ist, was mich am emergenten gedankengut, dieser art des denkens und des gemeinde lebens so fasziniert. es ist nicht der spass an der dekonstruktion (den habe ich), es ist nicht die faszination an postmoderner philosphie (die ist bei mir vorhanden), nicht der wille, den glauben zu politieren (ich bin extrem politisch extrem). und ganz sicher ist es nicht, wie böswillige vermuten könnten, der wille, mir aus christlichen versatzstücken ein eigenes system zu basteln

die faszination, die diese bewegung auf mich hat, hat zunächst und zuerst theologische gründe. ich erkenne dahinter ein ernst nehmen des ganzheitlichen versöhnungswillen gottes. wenn der sündenfall nicht nur den zerbruch der beziehung des menschen zu gott, sondern auch einen zerbruch und eine verschiebung aller beziehungen von beziehungen und dingen untereinander meint, dann meint versöhnung nicht nur die heilung der persönlichen beziehung der einzelnen menschen zu gott, sondern die heilung des beziehungsgefüges innerhalb der gesamten schöpfung. das schließt die beziehungen der menschen untereinander, die beziehung der menschen zu ihrer umwelt und auch das verhältnis von natürlichen phänomenen untereinander ein. all diese zerbrochenen und verschobenen relationen waren teil der versöhnung in der erhöhung am kreuz.

in den beziehungen der menschen untereinander, also in der gesellschaft, bedeutet die störung für mich vor allem ein ungleichgewicht in den handlungsmöglichkeiten, die ein individuum hat, also macht und ohnmacht. ich glaube, dass eine versöhnung, die über die persönliche errettung hinausgreift, eine gesellschaft zum ziel hat, in der das ungleichgewicht der macht kontinuierlich kleiner wird: eine gesellschaft ohne sexismus, rassismus, mit gemeinsamer entscheidungsfindung, mit einer möglichst gleichmässigen verteilung wirtschaftlicher macht (sprich geld), ohne bevormundung und manipulation - in der sprache des theologen: geprägt von nächstenliebe und demut.

all das gehört zum versöhnungswillen gottes und kann meiner meinung nach unter keinen umständen nach einer der beiden seiten hin aufgelöst werden. und genau diesen bogen versucht die emergente konversation zu spannen: die persönliche versöhnung mit gott, die schon traditionell einen hohen stellenwert hat und diesen auch behalten soll, niemals ohne das streben nach einer versöhnten gesellschaft, ja einer im ganzen versöhnten schöpfung zu denken. das führt zu einem umdenken in bezug auf strukturen in christlichen gemeinden / gemeinschaften, die auch ein bild der gesellschaft sind und gerade weil sie gesellschaft und gemeinschaft der versöhnten sind, zu allererst die ganzheitliche versöhnung spiegeln sollten. aber auch ein umdenken oder erstmaliges denken über das handeln der gemeinschaften und einzelner in gesamtgesellschaftliche zusammenhänge hinein.

das fasziniert mich und ich glaube, dass das alles in erfüllung des göttlichen mandats zur versöhnung geschieht. dass nebenbei die beschäftigung mit postmodernen gedanken, die experimentelle umformung der ausdrucksformen des glaubens und eine hochdiskursive athmossphäre einen großen stellenwert dort haben, lässt meine faszination in die entscheidung münden, daran mitwirken zu wollen


+ Donnerstag, November 27, 2008

shekina

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.
Jes 57,15

drei orte nennt der prophet hier, an denen gott wohnt, also gegenwärtig ist: den himmel, den tempel und die menschen, die leiden ertragen müssen. dass gott im himmel wohnt, also außerhalb der schöpfung und allem, was wir als existent kennen, sind wir gewohnt zu denken. das war auch das gottesbild antiker philosophie: ein gott der außerhalb seiner schöpfung und im strengen sinne jenseits ihrer wohnt. gott ist hier absolut unzugänglich, da die schöpfung keinen zugriff auf das außerhalb haben kann. dass gott im heiligtum, also im allerheiligsten des tempels in jerusalem, wohnt, war wiederum den juden selbstverständlich. soweit also nichts neues, kaum prophetisch zu nennen. hier handelt es sich um einen raum, der zwar innerhalb der schöpfung sich befindet, aber doch innerhalb ihrer einen sonderstatus einnimmt. denn betreten werden durfte er neu zu einem bestimmten zeitpunkt vom hohepriester unter beachtung strengster vorkehrungen. schon diese art von zugänglichkeit wäre der philosophie zu viel gewesen.

das dritte allerdings ist beiden denkschulen absolut fremd: ein gott, der mitten unter seinen geschöpfen wohnt. noch dazu unter denen, die sich durch irgendeine art von gebrechen vom mainstream der gesellschaft unterscheiden. ein gott in nächster nähe zu seiner schöpfung, noch dazu zu "fehlerhaften" elementen davon. und doch stehen alle drei "wohnorte" hier in völliger parallelität. an allen drei orten ist der ort, an dem gott völlig gegenwärtig ist. nur das der dritte jeder üblichen vorstellung von heiligkeit entbehrt

sicher war das ein hartes wort zu seiner zeit, dass die vorstellungskraft der zuhörer damals arg strapazierte. aber wie geht es uns damit? sind wir sind nicht auch geneigt, gott an den orten zu vermuten, die eine gewisse geistliche athmosphäre haben, an denen seinen name ausdrücklich genannt wird, die einzig ihm gewidmet sind? erwarten wir ihn wirklich im penner in der stadtmitte? der seinen namen vielleicht kennt, aber niemals benutzen würde? der ihn sich von uns auch nicht sagen lassen würde?

und doch... genau da sagt gott, dass er wohnen will. und wo er wohnt, können wir ihm begegnen. Lasst uns das ernst nehmen!


sweet potatoes

heute feiern sie in den US of A Thanksgiving. bei den vielen unterschiedlichen eindrücken, die ich von nordamerikanischer kultur und esskultur habe, gehört dieser tag definitiv zu den positiven: truthahn, füllung, süßkartoffelpürree, honigglasierter schinken und zum schluß ein pumpkin pie... lechz

im gegensatz zu halloween hat sich dieser feiertag nie bis nach europa durchgekämpft. dazu ist er dann wohl doch zu eng mit der geschichte der USA verknüpft. aber warum nicht die tradition ein bisschen biegen und stauchen und diesen tag auch für uns zum anlass nehmen, uns die dinge ins gedächtnis zu rufen, für die wir dankbar sind. und sie auch auszusprechen...

vielleicht haben ja einige von uns lust, heute das ein oder andere zu bloggen, für das wir dankbar sind. wer twittert, hat auch die gute gelegenheit, spontan all die kleinen dinge zu teilen, die dankbar machen.

ich für meinen teil muss gestehen, dass dankbarkeit eine von mir lange vernachlässigte tugend war. ich war oft doch eher... sagen wir problemorientiert. gott sei dank ändert sich das gerade, wie so vieles in meinen gelernten denkmustern sich grade ändert. deshalb liegt mir dieser tag heute auch so am herzen. und ich glaube, dafür bin ich im moment am dankbarsten: dass ich dankbar sein kann. dass all die dinge, von denen ich dachte, dass sie mein leben ausschließlich und notwendig lebenswert machen, immer noch nette dinge sind, aber eben doch zurücktreten vor dem, was nur gott geben kann.

dass er den weg mit mir geht, egal wie dieser aussieht und dass er ein gutes ziel im sinn hat, auch wenn mir oft jede vorstellung fehlt, wie das aussehen könnte.

und eigentlich heißt das nichts anderes, als dass ich es aufgebe, erst dann glücklich sein zu wollen, wenn alle meine phantasien über meine zukunft erfüllt sind. sondern dass ich umher schaue und auf die dinge achte, die mir gut tun, mich weiterbringen oder freuen, ohne dass ich sie mir unbedingt vorher selbst gewünscht habe - gerade die, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Danke!